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Wenn mit Lügen Geld verdient wird...

Was heißt/sind eigentlich Fake-News?

Ganz einfach übersetzt bedeutet Fake-News falsche Nachrichten = Lügen. Dass uns Fernsehen und Zeitungen schon mal eine „(Zeitungs)-Ente“ verkaufen kommt ja immer wieder mal vor.  Das NEUE an Fake-News ist, dass soziale Netzwerke zu deren Verbreitung verwendet werden und sie durch folgende Faktoren gekennzeichnet sind:

  • absichtliche Fehlinformationen (Lügen),
  • über Themen, die starke Gefühle auslösen,
  • die sich in sozialen Netzwerken (z.B. Facebook)
  • so schnell wie möglich verbreiten sollen.

Wie arbeiten Fake - News – Autoren?

Die ErfinderInnen benötigen für ihre Arbeit eigentlich nichts, außer einem PC mit Internetverbindung und Fantasie. Fake-News-AutorenInnen schreiben übertriebene Artikel, die starke Emotionen (Angst, Wut oder Ekel) bei den LeserInnen auslösen sollen. Um glaubwürdiger zu wirken, werden Zitate mit eingebaut, die einfach erfunden wurden. Meist reicht  eine reißerische Überschrift aus, damit ein Artikel in sozialen Netzwerken geteilt wird. Um die Überschriften zu unterstützen werden zusätzlich alte Fotos aus dem Internet verwendet. So wird über einen angeblichen Bürgerkrieg in Dänemark 2016 berichtet und dabei einfach mal ein Foto aus dem Jahr 2013 aus der Ukraine verwendet, um die Aussage zu unterstützen.

Die Seiten, auf denen die Fake-News-Autoren ihre Falschmeldungen verbreiten, sind meistens gut nachgebaute Nachrichtenseiten jedoch ohne Impressum (=Info über die Herkunft und den Verantwortlichen). Paul Horner, ein bekannter Fake-News-Autor aus Amerika hat z.B. die Nachrichtenseite CNN (sogar mit dem Logo) nachgebaut, um seine Artikel bekannter zu machen. Dadurch ist es auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen, ob es sich um eine seriöse Nachrichtenseite handelt, oder nicht, aber mit ein paar Klicks auf z.B. Kontakt wird klar, dass hier Satire (=Kritik, Verspottung durch Übertreibung) betrieben wird.

 

 Es ist leider eine Tatsache, dass Fake-News so gut funktionieren, weil sich nur sehr wenige Leser_innen die Mühe machen, die Infos zu überprüfen. Oft würde eine simple Google-Suche die Falschmeldungen enttarnen, aber das passiert immer seltener.

 

Warum gibt es Fake-News?

Teilweise werden solche Nachrichten aus politischen Interessen verbreitet, wobei diese Artikel bereits vorgefertigte Meinungen unterstützen.Eine Falschmeldung wird normalerweise niemanden, der von etwas überzeugt ist, plötzlich vom Gegenteil überzeugen.

 Der Hauptgrund Fake-News zu erfinden ist das Geld. Je öfter auf eine Meldung geklickt wird oder der Artikel über soziale Netzwerke geteilt wird, desto höher werden die Werbeeinnahmen für den Fake-News-Autor. Aus diesem Grund hört man in letzter Zeit oft den Ausdruck „Clickbait“.

 

Clickbait, oder auch Klickköder, ist meistens eine reißerische Überschrift, die LeserInnen dazu bringen sollen einen Artikel aufzurufen. Jeder Klick lässt die Kasse der AutorInnen durch neue Werbeeinnahmen klingeln.

 

Wo bleibt das schlechte Gewissen?

Fake-News-AutorInnen verbringen ihren Arbeitsalltag damit, andere Menschen aufs Glatteis zu führen und schlecht dastehen zu lassen. Paul Horner verbreitete z.B. die Falschmeldung, dass die Demonstranten, die gegen Trump protestierten, bezahlt wurden.

Ein schlechtes Gewissen findet man bei den Fake-News-Autoren nicht wirklich. Sie betrachten ihre Arbeit als Satire, also als Kritik bzw. Verspottung durch Übertreibung. Dass nicht alle echte Nachrichten von Satire unterscheiden können ist dann nicht mehr deren Schuld, auch wenn ihre Webseiten kaum von seriösen Nachrichtenseiten zu unterscheiden sind.

 

Checkliste: Wie kannst du Fake-News erkennen?

  • Übertriebene Darstellung?

Ist der Artikel objektiv und mit etlichen Fakten belegt? Dann könnte was dran sein. Oder ist der Stil sehr übertrieben, dafür kaum Inhalt zu erkennen? Falls ja, sollte bei deinem inneren Fake-News-Radar das erste Gefahrenlämpchen zu blinken beginnen!

  • Hat sich schon jemand damit beschäftigt?

http://www.mimikama.at/ beschäftigt sich damit, Falschmeldungen zu entlarven und beantwortet auch UserInnenfragen. Wenn du also unsicher bist, ob ein Artikel wahr oder falsch ist, kannst du hier Hilfe finden.

  • Wer hat die Neuigkeit verbreitet?

Gibt es die Seite schon länger, oder erst seit ein paar Tagen? Gibt es sonst noch Beiträge, oder nur diesen einen? Was sagt das Impressum?

https://www.whois.net/ hier kannst du den Besitzer einer Webseite herausfinden, du musst nur den Domainnamen eingeben (z.B. jugendinfo-noe.at). Für Webseiten aus Deutschland (Endung .de) wird https://www.denic.de/ verwendet.

  • Was steht wirklich drinnen?

Manchmal ist es nur eine reißerische Überschrift, die dazu bringen soll, auf den Artikel zu klicken. Das, was dann wirklich drinnen steht, ist vielleicht gar nicht besonders aufregend!

  • Wer berichtet noch darüber?

Beschäftigen sich auch noch andere JournalistInnen mit dem Thema und schreiben unterschiedliche Nachrichtenportale darüber, ist das Thema weitaus seriöser, als wenn ein Bericht mit dem gleichen Wortlaut einfach von einem Blog in einen anderen Blog kopiert wird. Eine einfache Suche bei Google kann dir die Wahrheit über die Neuigkeiten zeigen.

  • Zeigt das Bild wirklich das, was ich glaube?

Manche Fake-News verwenden einfach alte Bilder aus dem Internet, andere überhaupt nur Bildausschnitte, die die Aussage eines Bildes verändern. Versuche die „Umgekehrte Bildersuche“ bei Google: www.google.at > Bilder > kleines Kamerasymbol vor der Lupe > Bild hochladen.

  • Wie neu ist das Video wirklich?

Mit Hilfe des Youtube Data Viewer von Amnesty International kannst du ganz leicht die Metadaten eines Youtube-Videos auslesen und damit z.B. den genauen Upload-Zeitpunkt herausfinden: https://citizenevidence.org/2014/07/01/youtube-dataviewer/

 

Unterschied Fake News Webseiten und Satirewebseiten

Fake- News Webseiten:

  • verdrehen die Realität
  • machen keine lustigen Meldungen
  • fassen leichtgläubige Leser ins Auge, die einfach teilen, was sie sehen
  • arbeiten mit reißerischen Überschriften

 

Satirewebseiten:

  • verbreiten übertriebene Darstellungen zur Unterhaltung
  • sind durch die Übertreibung leicht als Satire zu erkennen
  • bezeichnet sich selbst im Impressum oder „Über diese Seite“ als Satireseite
  • Beispiel: http://dietagespresse.com/

 

Weiterführende Links:

www.denic.de

www.dietagespresse.com

www.mimikama.at

www.saferinternet.at

www.whois.net